Aktuelles

Unwetterwarnungen

Unwetterwarnung für Main-Taunus-Kreis :
Es ist zur Zeit keine Unwetterwarnung aktiv.
Insgesamt sind 0 Unwetterwarnung(en) aktiv. Weitere Informationen auf http://www.dwd.de
Quelle: Deutsche Wetterdienst
Letzte Aktualisierung 11/12/2018 - 05:20 Uhr

Termine

11 Dez 2018 06:00PM
Jugendfeuerwehr Eppstein
18 Dez 2018 06:00PM
Jugendfeuerwehr Eppstein
19 Dez 2018 12:00PM
Sirenenprobe
19 Dez 2018 06:30PM
Treffen Ehren und Altersabteilung
19 Dez 2018 06:30PM
Melderüberprüfung
22 Dez 2018 01:00PM
Kinderfeuerwehr
25 Dez 2018 06:00PM
Jugendfeuerwehr Eppstein
01 Jan 2019 06:00PM
Jugendfeuerwehr Eppstein
05 Jan 2019 01:00PM
Kinderfeuerwehr
08 Jan 2019 06:00PM
Jugendfeuerwehr Eppstein

Die 70er Jahre


 

von Ralf Großkopf

Eigentlich begann diese Zeit mit der Vorbereitung des 50. Jubiläums im Jahre 1970. Kurz vorher wurde endlich das Gerätehaus an die Heizung des Rathauses angeschlossen. Die Eppsteiner Bürger und Feuerwehrfreunde aus nah und fern feierten das Fest mit großer Anteilnahme.

Das Brandschutzhilfeleistungsgesetz änderte 1972 die Verantwortung für den Brandschutz auch in Eppstein. Die Aufstellung und der Unterhalt einer leistungsfähigen Feuerwehr obliegt seither der Stadt Eppstein und nicht mehr dem Feuerwehrverein. Dieser hat sich aber weiterhin die Unterstützung des Brandschutzes zur Aufgabe gemacht.

Heinz Niehaus übergab 1972 die Wehrführung an den neuen Stadtbrandinspektor Bernd Ehlert. Hans Rudolf Roth stand ihm als Stellvertreter zur Seite. Beide starteten in ihre neue Aufgabe mit viel Sachverstand und großer Energie. Bereits 1973 konnten sie das neue TLF 16/25 in den Dienst übernehmen. Ein alter Wunsch der Eppsteiner war in Erfüllung gegangen. Zuvor schon war ein neuer Mannschaftswagen (damals Hydrantenwagen später Nutzung ELW) zum Fest und ein VW Pritschenbus als Nachschubfahrzeug aus Vereinsmitteln beschafft worden.

Die 70er brachten aber nicht nur neue Fahrzeuge, sondern auch neue Aufgaben. Nachdem im Dezember 1970 ein Dachstuhlbrand in der Gaststätte „Zur Rose“ die Wehr voll forderte, waren am 18. November 1971 die Möglichkeiten der Wehr überfordert. Zwei mit Heizöl für das Berufsgenossenschaftliche Schulungsheim beladene Tanksattelzüge stießen im Steilstück der Mendelssohnstraße zusammen. Mehrere tausend Liter Heizöl ergossen sich über die angrenzenden Grundstücke und flossen in die Kanalisation. Feuerwehren aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet fuhren nach Eppstein. Der Chronist des “Heimatboten” schrieb dazu: “Es roch von Hofheim bis auf den Heinzberg wie im Ölscheichtum Kuwait”. Der Schwarzbach war “umweltverschmutzt”, und die letzten Forellen werden wohl ihren Fischgeist aufgegeben haben. Die Wehren aus Lorsbach, Bremthal, Königstein und Bad Soden (die letzten mit ÖIschadensfahrzeugen) trafen ein. Mit ihnen das Rote Kreuz und der Arbeiter-Samariterbund Niedernhausen. Der verletzte Tankzugfahrer wurde abtransportiert. Inzwischen war die Werkfeuerwehr der Hoechst AG eingetroffen. Dann aber – es ist nicht zu schildern, wie aufregend es war - fuhren die Berufsfeuerwehren aus Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden herbei. Von oben sah das aus wie ein Fackelzug. Glücklicherweise wurden dann aber alle Schäden beseitigt und die Fische im Schwarzbach haben es auch überlebt.“
„Deine Feuerwehr auch im Umweltschutz“ dieser Ruf der Feuerwehren in den 90er Jahren hatte die Eppsteiner bereits damals erreicht.

Die Wehrführung hatte aber auch erkannt, dass immer mehr Aktive außerhalb von Eppstein arbeiteten. Da Funkalarmempfänger noch nicht zur Verfügung standen, war tagsüber ein Personaldefizit entstanden. Was lag näher, als interessierten Frauen den Weg in den Einsatzdienst zu öffnen. 1973 nahmen die ersten Damen den aktiven Dienst auf. Die Feuerwehr Eppstein blickt nunmehr auf eine über 30jährige Tradition von Frauen in ihren eigenen Reihen zurück. Dies ist inzwischen selbstverständlich und bedarf keiner weiteren Kommentierung. Das dies nicht immer so war, zeigt der beigefügte Artikel. Dieser erschien am Donnerstag, dem 23. Februar 1978, in der in Amman erscheinenden größten englischsprechenden Zeitung Jordaniens – „Jordan Times“. Das Bild zeigt vier damals aktive Feuerwehrfrauen der Eppsteiner Wehr bei einer Bürgerinformation auf dem Wernerplatz im Jahr 1977 anlässlich der Brandschutzwoche. Im Hintergrund erkennt man das damals fünf Jahre alte Tanklöschfahrzeug TLF 16/25, dass ja bekanntermaßen heute noch im Einsatz ist, und den 1972 vom Feuerwehrverein beschafften VW Pritschenbus.

West-Deutschlands Feuerwehrmänner sind nicht alle Männer.

Die Bildunterschrift lautet sinngemäß: „Feuerwehren in West-Deutschland sind bemannt, wenn dies das richtige Wort ist, von Freiwilligen Feuerwehrmännern in den wichtigsten Städten. Es sei denn, dass Feuerwehrmänner Frauen sind. Bei der unlängst durchgeführten Brandschutzwoche als Blickfang eingesetzt, verteilten sie Millionen von Informationsbroschüren, die von den Brandversicherungen zur Verfügung gestellt wurden“


1977 löste Reinhold Benndorf den nur acht Monate agierenden Wehrführer Norbert Jäger ab. Einiges hatte sich bereits verändert. Eppstein war nach der Gebietsreform nun ein Stadtteil der neuen Stadt Eppstein, konnte aber auf eine sehr aktive und gut ausgebildete Wehr zurückgreifen. Der stellvertretende Wehrführer Hans Rudolf Roth wurde auch gleichzeitig der erste Stadtbrandinspektor der neuen Stadt. Beiden war es nun „vergönnt“, die Einheit ehemals im Wettbewerb stehender Wehren mitzugestalten. Hans Rudolf Roth zeigte sich als absolut „integerer Chef“ - genau richtig für diese Aufgabe. Auch konnten endlich die notwendigen Verbesserungen am Gerätehaus durchgeführt werden. Eine Werkstatt, Atemschutzwerkstatt, Sanitärräume mit Duschen, Büro, Küche und ein großer Schulungsraum wurden eingebaut. Vieles wurde von der Wehr in Eigenhilfe erledigt. Das THW musste Felssprengungen für den Anbau vornehmen. Über 4000 Arbeitsstunden und 25.000, - DM wurden zu dem Umbau von den Aktiven und dem Verein beigesteuert.

Die 70er Jahre endeten wie sie begonnen hatten. Großbrände erschütterten die Eppsteiner Altstadt. Nachdem ein Lagerschuppen Am Herrengarten 1977 abbrannte, drohte im Dezember 1979 beim Brand der heutigen Gaststätte „Pflasterschisser“ ein herber Verlust für Eppsteins Altstadt. Wie wertvoll das Haus ist, wurde erst nach dem Brand entdeckt. Der Eigentümer sanierte das alte Fachwerkhaus und gab es der Öffentlichkeit als Schmuckstück zurück. Heute wissen wir, dass es sich um eines der ältesten Fachwerkhäuser im Main-Taunus-Kreis handelt. Nur weil die Feuerwehr damals so entschlossen eingriff, konnten die Fassade und die unteren Etagen unbeschädigt in die Sanierung aufgenommen werden.

Die 80er Jahre


»Die Feuerwehr - nicht nur wenn es brennt«, dieses Motto der 1981 in Eppstein eröffneten Brandschutzwoche kann eigentlich für das ganze Jahrzehnt gelten. Hilfeleistung bei Unfällen und Unwettern, Insekteneinsätze und Öl auf den Straßen werden häufiger als Einsatzursache genannt. Nicht, dass es weniger Brände gab, nein, die Anzahl der Einsätze insgesamt nahm stetig zu. Während es 1980 noch relativ ruhig zuging, kam es 1981 erst zu einem Hochwasser im Stadtgebiet von ungeahntem Ausmaß. Immer häufiger halfen sich die Wehren im Stadtgebiet. Trotz gemeinsamer Anstrengung bei einem Hausbrand im Stadtteil Vockenhausen konnte die Bewohnerin aber nicht mehr lebend gerettet werden.

Auch die Alters- und Ehrenabteilung war sehr aktiv. Bernhard Hoppe hatte sie 1979 übernommen und organisierte jetzt die monatlichen Treffen. Nach dessen überraschendem Tod übernahm mit Heinz Schleicher ein alter „Hase“ diese Aufgabe. Bis 2003 stand er dieser Abteilung vor und wurde dann durch Hans-Rudolf Roth abgelöst.

1983 wurde das 25jährige Bestehen der Jugendfeuerwehr gefeiert. Als sie 1958 gegründet wurde, war sie eine der ersten in Hessen. Über 40 Jugendfeuerwehren kamen aus nah und fern, von Hamburg bis Kempten, um drei Tage ein fröhliches Fest in Eppstein zu feiern.

Schon eine Woche später musste die Wehr zum traurigsten Einsatz ihrer Geschichte ausrücken. Als man an diesem schwarzen Freitag im Juni 1983 zu einer angeblichen Explosion in der Freiherr-vom-Stein-Schule gerufen wurde, ahnten die Einsatzkräfte noch nicht, was tatsächlich passiert war. Ein offenbar geistig Verwirrter drang mit einer Waffe in ein Klassenzimmer ein und schoß wild um sich. Drei Schüler, ein Lehrer und ein Polizist wurden getötet, weitere Schüler zum Teil schwer verletzt. Noch bevor der Amokläufer sich selbst richtete, mussten Kinder in Sicherheit gebracht werden. Bis heute haben alle Beteiligten diese Wahnsinnstat nicht vergessen.

Erfreulicher war dagegen 1984 die 666Jahr-Feier der Stadt Eppstein. Hatte bisher das Jahresfest, am ersten Samstag im Dezember, eine über 50jährige Tradition, so konnte man 1984 das 5. Eppsteiner Brunnenfest ausrichten. Heute ist dieses Fest im Rahmen der Eppsteiner Kerb, die zuletzt von der Feuerwehr zusammen mit der Turn- und Sportgemeinde Eppstein 1861/03 und der Stadtwache organisiert wurde, aus dem Veranstaltungskalender der Stadt verschwunden. Zuwenig Resonanz und zu viele andere Feste haben eine Weiterführung nicht mehr ermöglicht.

1986 wurde der erste richtige Einsatzleitwagen an die Wehr übergeben. Das Fahrzeug war eigens von den Aktiven für unsere Stadt konzipiert worden. In über 2000 Arbeitsstunden und mit großzügiger Vereinsunterstützung wurde es fertiggestellt.

1989 wurde ein Rüstwagen RW1 in den Fahrzeugbestand aufgenommen. Endlich konnte im gesamten Stadtgebiet auch bei umfangreichen technischen Hilfeleistungen schnell reagiert werden. Der vom Verein 1972 angeschaffte Pritschenbus wurde nach Niederjosbach verlegt, wo er noch einige Jahre zum Einsatz kam.

Auch in der Führung hatte sich Ende der 80er einiges geändert. Hans Menke aus Vockenhausen löste Hans Rudolf Roth als Stadtbrandinspektor ab. Günter Brandl unterstützte den Wehrführer Reinhold Benndorf als Stellvertreter.

Die 90er Jahre


Erinnernswerte Einsätze in der zweiten Hälfte der 80er Jahre gab es keine mehr zu vermelden, aber traditionell beginnt das neue Jahrzehnt mit einem Hammer.
Der Orkan „Wiebke“ sorgt im Februar 1990 für einen ereignisreichen Anfang. Allein in Eppstein gingen die Schäden in die Hunderttausende. Noch einige Jahre konnte man große Windwurfflächen im Wald auf dem Staufen erkennen.

Die Feuerwehr pflegt auch Partnerschaften. Bereits 1990 wurden erste Kontakte mit der Feuerwehr Schwarza in Thüringen geknüpft. Schwarza war als Partnerstadt von Eppstein vorgesehen. Aber die Geschichte ermöglichte eine viel engere Zusammenarbeit. Regelmäßige Besuche folgten und 1992 konnte in Schwarza das 135. Jubiläum der dortigen Wehr gefeiert werden. Mit einer großen Delegation reiste die Freiwillige Feuerwehr Eppstein an. Man absolvierte gemeinsame Übungen und gewann viele Freunde. Daneben werden aber auch viele Kontakte zu anderen Wehren im Kreis und außerhalb gepflegt und gefördert.

1999 erfolgte eine aktive Hilfe für die Feuerwehr Aizkraukle in Lettland. Der dortigen Feuerwehr der Eppsteiner Partnerstadt wurde beim Aufbau einer Rettungskette mit einer dreitägigen Ausbildung und Einweisung in technisches Gerät für die Hilfe bei Verkehrsunfällen geholfen. Die dringend notwendigen Geräte wurden vom Verein EUROPART Eppstein e.V. finanziert. Auf Einladung der Feuerwehr Eppstein nahmen Führungskräfte der dortigen Wehr an der Feuerwehrfachmesse „Roter Hahn“ in Augsburg teil. Zusätzlich gibt es Kontakte zu den Feuerwehren der Eppsteiner Partnerstädten Langeais (Frankreich) und Kenilworth in England.

1993 übergab Reinhold Benndorf die Wehrführung an Ralf Großkopf. Gemeinsam mit Erhard Waldmann - beide entstammen übrigens der Jugendfeuerwehr - führen sie die Wehr mit neuen Ideen im Sinne ihrer Vorgänger.

1995 feierte man dann das 75. Jubiläum der Wehr. Ein großes Zelt, der Festzug und ein reiches Rahmenprogramm sorgten für ein unvergessliches Wochenende. Drei Jahre Planung und viel Engagement des Festausschusses waren erfolgreich in die Tat umgesetzt worden. Eine Woche vor dem Fest konnte das neue Löschgruppenfahrzeug LF8/6 beim Hersteller FGL in Luckenwalde abgeholt werden. Bereits der dritte Einsatz, Sonntags abends beim Vereinskommers, zeigte dieses Fahrzeug seine Leistungsfähigkeit, galt es doch einen Brand in der evangelischen Talkirche rechtzeitig zu stoppen. Schon drei Jahre später wurde die Jugendfeuerwehr 40 Jahre alt. Aus diesem Anlass beschloss der Verein der Freiwillige Feuerwehr Eppstein ein Mannschaftstransport-fahrzeug (MTF) aus eigenen Mitteln zu kaufen. Hierfür wurde ein Vertrag mit der Stadt geschlossen, der diese auch von Folgekosten befreit. Wie wichtig diese Investition war, zeigt sich aber in der jährlichen Laufleistung des Fahrzeuges, die bei ca. 10.000 km pro Jahr liegt. Lehrgangs-, Jugendfeuerwehr-, Ausbildungs-, Dienst- und Vereinsfahrten müssen nicht mehr mit den Privatfahrzeugen der Aktiven durchgeführt werden. Daneben dient das Fahrzeug als Transportbasis für die Mitglieder des A-Teams (speziell für Tunnelbrände ausgebildete Atemschutzgeräteträger) mit einem Ausrückbereich von Limburg bis Frankfurt Flughafen. Diese Truppe wurde im Rahmen des Neubaues der ICE Strecke von Frankfurt nach Köln ins Leben gerufen und setzt sich aus Fahrzeugen und Personal aller Stadtteile zusammen.

An bemerkenswerten Einsätzen in der zweiten Hälfte der 90er war neben einem Verkehrsunfall mit zwei Toten und mehreren Bränden in den Stadtteilen nur noch ein Dachstuhlbrand in der Cuntzstraße und ein umgestürzter Betonlaster in der Lorsbacher Straße zu vermelden. Auch in Eppstein bereitete man sich auf das Jahrtausendende vor. Anders als gedacht wurde der Jahreswechsel mit Cola und alkoholfreiem Bier in der Feuerwehr zugebracht. Y2K war das Stichwort. Die Angst vor einem Blackout durch Computerpannen wegen einer fehlerhaften Programmierung, war nicht unbegründet. Doch alle Vorplanungen und Sicherheitschecks durch Firmen, Behörden und auch die Feuerwehr konnten als erfolgreich betrachtet werden. Probleme gab es nicht.

Das neue Jahrtausend.


Im Januar 2001 begann das neue Jahr mit einem Großbrand in Ehlhalten, 2003 kam es dann ganz dick. Regen seit Weihnachten führte zu einem Anstieg des Schwarzbaches mit Hochwasser im gesamten Altstadtbereich. Hier zeigten sich aber auch die neuen Möglichkeiten der Wehr. Tausende Sandsäcke aus Wicker, transportiert von Wechselladern des Kreises, Einsatzunterstützung durch die Stadtteilwehren und ein bisschen Glück, weil plötzlich der große Regen aufhörte, sorgte dafür, dass in den zwei kritischen Tagen kein großer Sachschaden entstand. Einen Überblick über das gesamte Einsatzgeschehen kann der Homepage der Eppsteiner Feuerwehren ab 2003 direkt entnommen werden.

Doch ein Problem konnte nicht sofort gelöst werden. Die Zukunft der Wehren im Stadtgebiet. Zentralisierung war das politische Ziel. Was in Industrie und Handel erfolgreich praktiziert wurde, sollte auch für Eppsteins Feuerwehren gut sein. Aus fünf mach weniger, diese Formel war ohne den „Roten Hahn“ zu kennen, ins Rennen geschickt worden. Bei näherer Betrachtung wurde aber festgestellt, dass gesetzlich vorgeschriebene Hilfsfristen nicht eingehalten und Kosten bei einer Zentralisierung nicht gespart würden. Doppelfunktionen in den Wehren waren schon Jahre vorher beseitigt und die Ausrüstung und Aufgaben aufeinander abgestimmt worden. Folgerichtig entschied die Stadtverordnetenversammlung im Dezember 2001 für den Beibehalt der dezentralen Strukturen. Demzufolge musste auch mit der Planung und Erweiterung des Feuerwehrhauses in der Rossertstraße begonnen werden. Ein mit der Feuerwehr abgestimmter Entwurf liegt vor und soll, sofern der Haushaltsentwurf 2005 im Dezember 2004 genehmigt wird, in den Jahren 2005 und 2006 zur Ausführung kommen. Dann wird endlich der so lange schmerzlich vermisste Platz für die Jugendfeuerwehr, Logistik, Atemschutzwerkstatt, Umkleide und Verwaltung dem notwendigen Stand der Technik angepasst. Gleichzeitig wird die räumliche Möglichkeit (das alte Feuerwehrhaus ist zu niedrig) für ein neues TLF geschaffen. Daher kommt viel Arbeit auf die Aktiven zu, denn ein Umbau bei gleichzeitiger Betriebsfähigkeit des verbleibenden Feuerwehrhauses wird viel Organisations- und Improvisationstalent erfordern. Zwei Tugenden, die ein Feuerwehrmann immer wieder benötigt. Zusätzlich sind dann zwei völlig veraltete Fahrzeuge (ELW 1 und TLF 16/25) zu ersetzen.

Unsere Burgstadt ist in den letzten Jahrzehnten zum Kleinzentrum mit guten Verkehrsmöglichkeiten und einem hohen Freizeitwert gewachsen. Eppstein ist brandschutztechnisch nicht ohne Risiko. Problematisch sind der Staufen und der Woogberg aufgrund der schlechten Zugänglichkeit. Die Altstadt aufgrund ihrer mittelalterlichen dichten Bebauung und das Kreisaltenpflegeheim aufgrund der Vielzahl der dort untergebrachten Patienten. Beide großen Arbeitgeber haben in den letzten Jahren viel für den vorbeugenden und betrieblichen Brandschutz getan und investiert. Dies ist deutlich sicht- und spürbar. Sie unterstützen die Arbeit der Feuerwehr auch durch problemlose Freistellung ihrer Mitarbeiter bei Einsätzen. Dies ist, obwohl gesetzlich gefordert, bei manchem Arbeitgeber außerhalb des Stadtgebietes, nicht immer so.

Die Statistik der letzten Jahre zeigt ein steigendes Einsatzaufkommen in der Stadt. Immer häufiger muss die Wehr zu Einsätzen, die mit Feuer nichts zu tun haben. Ob Wasser im Keller, Wespen im Kinderzimmer, Öl oder Bäume auf der Straße oder Verkehrsunfälle mit eingeklemmten Personen - stets ruft man nach der dafür ausgerüsteten Wehr. Auf jede Einsatzstunde entfallen aber auch 10 Stunden Ausbildung, Pflege, Wartung und Einsatzplanung. Zahlen hierzu entnehmen sie den Jahresberichten.

Mit derzeit 48 Aktiven ist die Wehr ausreichend stark. Übungen finden im Zwei-Wochen-Rhythmus statt. Der Ausbildungsstand kann als gut betrachtet werden. Durch die gestiegenen Anforderungen unserer Zeit werden aber immer wieder weitere Lehrgänge notwendig.
Die Feuerwehr Eppstein wird auch weiterhin alles daran setzen, eine, den örtlichen Umständen entsprechende, leistungsfähige Wehr zu bleiben.

Der Feuerwehrverein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Kameradschaft und Ausstattung der Feuerwehr Eppstein zu fördern. In den letzten 24 Jahren hat der Verein für die Ausstattung der Wehr mehr als 140.000 € bereitgestellt. Die Einnahmen aus Festen, Sammlungen, Mitgliedsbeiträgen und Veranstaltungen werden hierfür verwendet. Übrigens: die hierbei aufgebrachten Stunden werden nicht der aktiven Wehr zugerechnet. Engagement und Leistungsfähigkeit stehen mit der Motivation und Ausrüstung im Gleichklang. Feuerwehrleuten kann man aber nicht nur mit moderner Ausrüstung eine Freude machen. Anerkennung, Unterstützung und ein offenes Ohr für die Probleme einer modernen Wehr können hier viel helfen. Denken Sie daran, wenn Sie heute auf eine Einrichtung blicken, die mit Stolz von sich sagt:

„Ihre Freiwillige Feuerwehr Eppstein – seit über 84 Jahren immer für Sie da“.